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Duale Studiengänge immer beliebter
2010 stieg das Angebot an dualen Studiengängen in Deutschland um 12,5 %.
Die Ergebnisse einer Auswertung der Datenbank "AusbildungPlus" des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) liegen jetzt vor.
Danach hat die Beliebtheit dualer Studiengänge weiter zugenommen: 2010 stieg das Angebot an dualen Studiengängen in Deutschland um 12,5 %. Die Steigerungsrate lag damit um mehr als das Dreifache höher als im Vorjahr. Auch die Zahl der beteiligten Unternehmen wuchs um rund 9 %, die der Studierenden nahm um mehr als 6 % zu. Dies sind Ergebnisse einer Auswertung der Datenbank "AusbildungPlus" des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Duale Studiengänge sind eine besonders innovative, attraktive und praxisnahe Studienform, die sich seit Jahren bei Betrieben und Jugendlichen einer wachsenden Beliebtheit erfreut. Dabei wird eine praktische Ausbildung im Betrieb mit einer theoretischen Ausbildung an einer (Fach-)Hochschule oder Berufsakademie kombiniert. Studierende erhalten so die Möglichkeit, in zahlreichen Studiengängen gleichzeitig zwei Abschlüsse zu erwerben: einen Berufs- und einen akademischen Abschluss. Besonders deutliche Zuwächse sind vor allem in den Studiengängen der sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zu verzeichnen. So erreichten zum Beispiel die allgemeinen Ingenieurwissenschaften mit einer Steigerung von 23,5 % der angebotenen dualen Studiengänge den höchsten Wert aller Fachbereiche. Ebenfalls deutlich über den durchschnittlichen Steigerungsraten liegen die Bereiche Elektrotechnik, Bauingenieurwesen und Maschinenbau/Verfahrenstechnik. Auch die Zahl der Studierenden in den MINT-Fächern erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Viertel. Unternehmen und Hochschulen reagieren mit ihrem verstärkten Angebot auf die zu erwartenden Engpässe in diesen Bereichen.
"AusbildungPlus" ist ein Projekt des BIBB, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird. "Herzstück" ist eine Datenbank, die bundesweit über duale Studiengänge und Zusatzqualifikationen in der dualen Berufsausbildung informiert. Zurzeit enthält die Datenbank mehr als 900 duale Studiengänge und über 2.200 Zusatzqualifikationen. Interessierte Jugendliche können die Datenbank kostenlos nach passenden Angeboten durchsuchen. Anbieter – zum Beispiel Betriebe, (Fach-)Hochschulen oder Berufsakademien – können ihre Ausbildungs- und Studienangebote ebenfalls kostenlos veröffentlichen.
Partner verlängern den Ausbildungspakt
"Der Ausbildungspakt hat sich bewährt", denn "trotz der Krise ist der Ausbildungsmarkt stabil", verkündete Bundeswirtschaftminister Rainer Brüderle nach der Sitzung des Lenkungsausschusses des Nationalen Pakts für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Berlin am 10. Februar. Deshalb wird der Pakt um zunächst zwei weitere Jahre verlängert. Im Herbst 2010 werden sich Wirtschaft und Politik über die Details abstimmen.
Trotz Wirtschaftskrise war das Ausbildungsjahr 2009 ein Erfolg. Die Vereinbarungen zwischen Politik und Wirtschaft sehen vor, 60.000 neue Ausbildungsplätze und 30.000 neue Ausbildungsbetriebe pro Jahr einzuwerben. Kammern und Verbände gewannen im vergangenen Jahr sogar insgesamt 72.600 neue Ausbildungsplätze. Das Ergebnis ist auch bei den Betrieben gut: 16.300 neue Ausbildungsbetriebe zusätzlich zu den 30.000 geforderten neuen Unternehmen konnten 2009 gewonnen werden.
Bei den Einstiegsqualifizierungen (EQ) ist die Bilanz nicht so positiv. Mit 32.360 Plätzen konnten im letzten Ausbildungsjahr 7.640 weniger Plätze für EQs von der Wirtschaft bereitgestellt werden. 40.000 Plätze sind im Pakt vorgesehen. Allerdings war auch in den vergangenen Jahren die Nachfrage immer deutlich niedriger als das Angebot. Bis Januar 2010 begannen 18.900 Jugendliche eine EQ.
Auch der Bund hielt seine Zusagen ein. Statt der zugesagten Auszubildendenquote von 7 % in obersten Bundesbehörden, wurden 7,6 % erreicht. Die Bundesagentur für Arbeit förderte 41.000 Eintritte in außerbetriebliche Ausbildungen.
Fachkräftemangel droht
Trotz der positiven Bilanz sind Politik und Wirtschaft aufmerksam. Sie wissen, dass die Situation auf dem Ausbildungsmarkt angespannt ist. Die Aussichten für Jugendliche sind schwierig. 50.340 weniger Ausbildungsverträge als im Vorjahr registrierten die Paktpartner. 2009 erhielten 566.004 Jugendliche einen Ausbildungsplatz. Das sind 8,2 % weniger Verträge als 2008.
Für das Jahr 2010 prognostiziert die Kultusministerkonferenz außerdem 25.000 weniger junge Schulabgängerinnen und Schulabgänger. Das sind 3 % weniger als 2009. Allein bei Haupt- und Realschulen werden es sogar 4 % weniger sein.
Auf der einen Seite führt das in manchen Regionen zu einer Entlastung des Ausbildungsmarktes, und zwar hauptsächlich in den alten Bundesländern. Hier gibt es häufig mehr Bewerber als Ausbildungsplätze.
Auf der anderen Seite führt die sinkende Bewerberquote dazu, dass vor allem in den neuen Bundesländern Unternehmen schwieriger qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber finden. Damit deutet sich ein Fachkräftemangel in Deutschland in wenigen Jahren an.
Jugendliche mit Migrationshintergrund besonders fördern
Mit der Verlängerung des Ausbildungspaktes werden sich Politik und Wirtschaft verstärkt um benachteiligte Jugendliche kümmern. Konkret sind das Jugendliche aus sozial schwachen und bildungsfernen Familien, Altbewerber sowie Jugendliche mit Migrationshintergrund.
Besonders junge Menschen mit ausländischem Hintergrund haben es auf dem Ausbildungsmarkt schwer. 2008 lag die Ausbildungsbeteiligungsquote nur bei 32 %. Im Gegensatz dazu begannen im gleichen Jahr 68 % der deutschen Jugendlichen eine Ausbildung. Auch bilden nur wenige Unternehmerinnen und Unternehmer mit ausländischen Wurzeln im dualen Berufsbildungssystem aus.
Ziel der Bundesregierung ist es, Jugendliche mit Migrationshintergrund künftig verstärkt zu einem Berufsbildungsabschluss zu motivieren. Außerdem sollen auch Unternehmen mit ausländischen Inhabern ermutigt werden selbst auszubilden.
Die Ausbildung im eigenen Betrieb ist zudem Grundstoff einer nachhaltigen Personalpolitik. Denn Unternehmen, die heute ausbilden, sichern sich somit ihre Fachkräfte von morgen. Dabei verfügen Jugendliche mit Migrationshintergrund über bilinguale und interkulturelle Kompetenzen. Damit weisen diese jungen Menschen ein besonderes Kapital gegenüber deutschen Bewerberinnen und Bewerbern auf und sind dementsprechend attraktiv für ein Unternehmen. Außerdem erhalten sie gleichzeitig eine Aussicht und Chance für eine gute Zukunft in Deutschland.
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